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Konzeption der Gemeindejugendpflege


Konzeption zur Kinder- und Jugendarbeit
der Gemeindejugendpflege Lengede

(Stand Februar 2014)

Gemeindejugendpflege Lengede

 

Die Gemeindejugendpflege Lengede ist neben der Schule, der Familie und der Jugendverbandsarbeit zu einem bedeutenden Sozialisationsfaktor geworden. Jugendarbeit versteht sich als eigenständiges Sozialisationsfeld. Sie bietet jungen Menschen Gelegenheit, neben Familie und Schule, ihre Erfahrungswelt zu erweitern. Hier können Bedürfnisse nach Geselligkeit und Wohlfühlen in der Gruppe Gleichaltriger befriedigt werden. Die Kinder und Jugendlichen setzen sich mit sozialen, demokratischen und gesellschaftlichen Werten auseinander. In diesem „geschützten“ Raum können Kinder und Jugendliche ihr Handeln erproben.

Die Partizipation und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen erfolgt in einem Zusammenspiel von pädagogischem und begleitendem Engagement und den jeweiligen räumlichen Bedingungen. In der Jugendpflege soll dieser Raum mit Atmosphäre und Gestaltungsmöglichkeiten für die Kinder und Jugendlichen geschaffen werden (wie in § 11 des Kinder- und Jugendhilfegesetz beschrieben). Um auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen adäquat einzugehen, werden die wechselnden gesellschaftlichen und jugendkulturellen Aspekte („Trends“) in den Angeboten der Gemeindejugendpflege berücksichtigt.

1. Rechtliche Rahmenbedingungen

 

SGB VIII § 11 Jugendarbeit

 

(1) Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.

 

(2) Jugendarbeit wird angeboten von Verbänden, Gruppen und Initiativen der Jugend, von anderen Trägern der Jugendarbeit und den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe. Sie umfasst für Mitglieder bestimmte Angebote, die offene Jugendarbeit und gemeinwesenorientierte Angebote.

 

(3) Zu den Schwerpunkten der Jugendarbeit gehören:

1. außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner, politischer, sozialer, gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung,

2. Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit,

3. arbeitswelt-, schul- und familienbezogene Jugendarbeit ,

4. internationale Jugendarbeit,

5. Kinder- und Jugenderholung,

6. Jugendberatung.

 

(4) Angebote der Jugendarbeit können auch Personen, die das 27. Lebensjahr vollendet haben, in angemessenem Umfang einbeziehen. 

2. Administrative Aufgaben und Arbeitsbereiche

 

 

  • Analysierung und Bearbeitung inhaltlicher Fragen der Jugendarbeit (Feststellung von Entwicklungsmerkmalen, Entwicklung von Schwerpunkten, planerische Zusammenarbeit mit freien und anderen öffentlichen Trägern)

  • Öffentlichkeitsarbeit 

  • Berichterstattung über die Entwicklung der Kinder- und Jugendgruppen im Zuständigkeitsbereich

  • Planung und Organisation sowie Kalkulation jugendpflegerischer Maßnahmen (z.B. Ferienfreizeiten, Ferienprogramme, Aktionen mit Kindern und Jugendlichen, usw.)

  • Vorbereitung und Durchführung von Aus- und Fortbildungen für JugendleiterInnen 

  • Erstellen von Jahresberichten Erstellen von Bescheinigungen und Beurteilungen für ehrenamtliche MitarbeiterInnen PraktikantInnen, Honorarkräften und Jugendlichen die Sozialstunden ableisten müssen

  • Austausch mit anderen (sozialpädagogischen) Einrichtungen wie z.B. Jugendgerichtshilfe, Schulsozialarbeit, Jugendamt, Kirche, Jugendpflegen

  • Planung und Ausarbeitung von besonderen Projekten und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche

 

 

3. Beratungstätigkeiten

 

 

  • Allgemeine Beratung von Jugendlichen, Jugendgruppen, Jugendverbänden, JugendleiterInnen, Gemeindejugendring, Personensorgeberechtigte und anderen jugendrelevanten Personen und Gruppen.

  • Beratung bei individuellen Fragestellungen, Konflikten, Situationen und Bedingungen der Mädchen und Jungen.

  • Elterngespräche und themenspezifische Elternabende

  • Vorberatung, Vermittlung und ggf. Begleitung zu anderen fachspezifischen, sozialpädagogischen oder therapeutischen Einrichtungen (z.B. Beratungsstellen wie Pro Familia, Kinderschutzbund, Caritas, usw.)

  • Geschlechtssensible Beratung von Mädchen und jungen Frauen im Rahmen der Mädchenarbeit sowie von Jungen und jungen Männern im Rahmen von Jungenarbeit

  • Beratung Jugendlicher bei Schul – und Berufsorientierung sowie Motivationsgespräche mit Schülerinnen und Schülern, Ausbildungssuchenden und Auszubildenden

 

 

4. Pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

 

 

  • Hilfen und Angebote zur sinnvollen und lehrreichen Freizeitgestaltung

  • Unterstützung gruppendynamischer Prozesse

  • Förderung der Selbstbehauptung und Eigenverantwortlichkeit

  • Erlernen sozialen Verhaltens Förderung im kreativen und musischen Bereich

  • Hilfe bei der Identitätsfindung und Persönlichkeitsförderung bei Kindern und Jugendlichen

  • Prävention. Insbesondere in den Themenschwerpunkten: Sucht, Gewalt, Medienkompetenz sowie Jugend und Pornografie.

  • Aufzeigen von adäquaten Lösungsmöglichkeiten in Konflikt- und Krisensituationen 

 


4.1 Präventionsarbeit mit Kindern

Die Entwicklung und Stabilisierung der Persönlichkeit steht im Vordergrund der Präventionsarbeit. Durch kontinuierliche Gruppenarbeit mit bestimmten, sich wiederholenden gruppendynamischen Inhalten entsteht bei den Kindern Sicherheit und Vertrauen sowohl in sich selbst als auch in andere. Auf spielerischer Ebene, durch Angebote im kreativen und musischen Bereich und durch Einzel- und Gruppengespräche werden die persönlichen Schutzfaktoren der Mädchen und Jungen gestärkt und eine bewusste Auseinandersetzung mit den Themen der Präventionsarbeit erreicht.

In der Jugendarbeit zeigt es sich immer wieder wie wichtig es ist, bereits im Kindesalter das soziale Verhalten in der Gruppe sowie das Selbstbewusstsein zu fördern.


4.2 Betreuung von kontinuierlichen Jugendgruppen

Einstellungen und Werthaltungen von Jugendlichen unterliegen permanenten Veränderungen. Jugendliche sehen sich heute mit einer schnelllebigen Zeit konfrontiert, in der Normen und Werte als Eckpfeiler der Orientierung verschwimmen.
Lockerheit und Spaß im sozialen Miteinander, der Wunsch nach Harmonie, Geborgenheit, Selbstbestimmung sowie die Natürlichkeit im Verhalten und ein kritisches Umweltbewusstsein besitzen in unserer Arbeit mit Jugendlichen einen hohen Stellenwert.

Die JugendpflegerInnen der Gemeinde Lengede geben den freien und verbandlichen Jugendgruppen Orientierungshilfen. Sie beraten, klären individuelle Probleme und sind bei Konfliktlösungen behilflich. Sie regen an, motivieren, initiieren, unterbreiten passgenaue Angebote und geben Entscheidungshilfen.

 

4.3 Offene Jugendarbeit

Seit fast drei Jahrzehnten wird in den Räumlichkeiten der Gemeindejugendpflege Lengede Jugendräume zur Verfügung gestellt, in der die so genannten „Bushaltestellen-Kids“ aufgefangen werden. Hier wird den Jugendlichen ein angebotsfreier Raum geboten, den sie sich nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten können. Es gelten feste Regeln wie Alkoholverbot und Rauchverbot unter 16 bzw. 18 Jahren.

Die JugendpflegerInnen lassen den BesucherInnen des Jugendraumes den nötigen Freiraum, sind auf der anderen Seite immer Ansprechpartner und achten auf die Einhaltung der Regeln. In der Begegnung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen entstehen wichtige Gespräche und die Jugendlichen lernen mit Grenzen umzugehen sowohl gesellschaftliche als auch gesetzliche Regeln einzuhalten als auch zu achten. Die Beziehungsarbeit in der offenen Jugendarbeit ist oft schwierig aber von immens hoher Bedeutung. Es dauert lange, bis das Vertrauensverhältnis zwischen Jugendlichen und JugendpflegerInnen konstant ist. In der Gemeindejugendpflege Lengede kommt es der Arbeit im offenen Bereich besonders zu Gute, dass viele der Jugendlichen den JugendpflegerInnen bereits aus Ferien- und Freizeitmaßnahmen oder Gruppenangeboten bekannt sind und sich damit die Kontaktaufnahme leichter gestaltet.

 

 

5. Besondere Sozialisationshilfen

 

 

  • Förderung und Durchführung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

  • Integration von Kinder und Jugendlicher, die aufgrund ihres Migrationshintergrundes oder eines geistigen, körperlichen oder sprachlichen Handicaps der Unterstützung bedürfen.

  • Hilfestellung für Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien - Betreuung straffällig gewordener Jugendlicher aus der Gemeinde Lengede in Zusammenarbeit mit der Jugendgerichtshilfe des Landkreises Peine (Ableistung von Sozialstunden in der Gemeindejugendpflege) 

5.1 Integration von Erlebnis – und Umweltpädagogischen Angeboten

Einer der Eckpfeiler der Kinder – und Jugendarbeit in der Gemeindejugendpflege Lengede ist die Einbeziehung von umwelt– und erlebnispädagogischen Methoden. Es wurde in den letzten Jahren immer klarer, das zur überproportional zunehmenden Computer- und Konsolenspielsucht ein Kontrapunkt gesetzt werden muss. Das gesamte Umfeld des Kinder- und Jugendzentrums „Bahnhof“ wurde von Jugendlichen mit Bäumen und Büschen bepflanzt. Kanutouren, Kletter- und Hochseilgartenaktionen sowie Fahrradtouren gehören mittlerweile zum Standardprogramm der Jugendpflege. Bei Kinderfreizeiten stehen häufig umweltpädagogische Ideen sowie Aktivprogramme im Vordergrund.

 

5.2 Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund oder Handicap

Die Gemeindejugendpflege setzt sich auch für die Integration von Kinder und Jugendlicher mit Migrationshintergrund oder Mädchen und Jungen mit Handicap ein. Dies gilt sowohl für den kontinuierlichen Gruppenalltag als auch für den offenen Bereich. Hierbei gilt das Prinzip der respektvollen Gleichbehandlung.

Migrantinnen im Jugendalter haben im Gegensatz zu den Jungen oft Schwierigkeiten, sich in Jugendgruppen zu integrieren. Meist resultiert dies aus kulturell geschlechtsspezifisch anders bedingten Erziehungsstilen und religiöser Überzeugung der Eltern. Ohne die Bestrebungen der Eltern zu hintergehen oder ihre Erziehung in Frage zu stellen, setzt sich die Jugendpflege für die Bedürfnisse der ausländischen Jugendlichen ein und setzt vor allem im Bereich der Mädchenarbeit den Schwerpunkt auf Förderung des Selbstwertgefühls und der Mitbestimmung.

Jungen Menschen mit Handicap wird ebenso die Integration in den Jugendalltag erleichtert, indem ihre Integration im besonderem Maße gefördert wird.

Besondere Fragestellungen, die in der Arbeit mit MigrantInnen im Jugendalter oder Mädchen und Jungen mit Handicap auftauchen (wie z.B. spätere Arbeitsmöglichkeiten), werden mit den Jugendlichen erörtert. Durch die Beratung der JugendpflegerInnen sowie die Kontaktaufnahme und Vermittlung zu Behörden wie Arbeits- oder Sozialamt werden Informationslücken der Jugendlichen geschlossen. Die Scheu vor Behördengängen kann so abgebaut werden.

 

5.3 Betreuung straffällig gewordener Jugendlicher oder Schulverweigerern aus der Gemeinde Lengede

Straffällig gewordene Jugendliche, die nach Maßgabe des Gerichts und der Jugendgerichtshilfe Sozialstunden abzuleisten haben, können diese in der Gemeindejugendpflege absolvieren. Gleiches gilt für Schulverweigerer. Sie werden zu handwerklichen, administrativen und/oder betreuerischen Maßnahmen eingesetzt. Die Jugendpflege steht in engem Kontakt mit der Jugendgerichtshilfe und dem Schulverweigerer-Projekt „2. Chance“ in Peine. Ziel dieser Aktion ist es, nicht nur die Strafe zu verbüßen oder sein Bußgeld abzuarbeiten, sondern das Sozial- und Lernfeld der Jugendlichen zu erweitern.

6. Mädchen- und Jungendarbeit

 

 

Mädchen brauchen konkrete und symbolische Räume zum Lernen und Experimentieren in der geschlechtsgetrennten Gruppe, in denen sie sich jenseits männlicher Maßstäbe und der teils immer noch bestehenden männlichen Dominanz eigenständig und selbstbestimmt entwickeln können. Mädchen aller Altersstufen suchen, mehr als Jungen, die Gelegenheit, unter sich zu sein.

Die Mädchenarbeit in der Jugendpflege wird bedürfnisorientiert gehandhabt. Bei Bedarf steht ein Mädchenraum zur Verfügung. Mädchenarbeit wird projektbezogen gehandhabt. In der Altersgruppe von 12 bis 18 Jahren werden neben gemeinsamen Aktivitäten, themenorientierter Projektarbeit, kreativem Gestalten und Ausflügen auch Diskussionsrunden und Einzelgespräche geführt. Dies kann spontan aus bestimmten Situationen oder Problemen heraus stattfinden. Gleichzeitig wird seitens der Jugendpflegerinnen angeregt, wichtige Themen wie Schule und Beruf, Sexualität und sexueller Missbrauch, sowie Lebensorientierung und Politik aufzugreifen. Die Mädchen sollen in der schwierigen Phase der Pubertät bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt und bei der Verarbeitung mädchenspezifischer Probleme unterstützt werden. Ein gesundes Verhältnis an Freizeit- und Bildungsangebot ist notwendig, um möglichst viele Mädchen zu erreichen. Ein wichtiger Faktor ist die Förderung zur kritischen Selbstbehauptung.

Der Erfolg von Mädchenarbeit hängt auch von der geleisteten Jungenarbeit ab. Dazu wird Raum geboten, wo Jungen sich entwickeln können. Dies passiert häufig über erlebnispädagogische Methoden, die von Jungen gerne angenommen werden. Insgesamt hat sich das geschlechtergetrennte Arbeiten bewährt, solange beide Gruppen immer wieder zusammengeführt werden.

7. Ferienprogramme und Freizeiten

 

In den Schulferien führt die Gemeindejugendpflege einzelne themenorientierte Ferienprogrammpunkte durch. Weiterhin bietet sie für Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde Lengede mehrtägige Freizeiten im In – und Ausland an.

Kinder- und Jugendfreizeiten fördern und trainieren eine Vielzahl sozialer Fähigkeiten durch den Interessenausgleich unter Gleichaltrigen, den Umgang miteinander und der Begegnung mit Ungewohntem und Fremden. Mit dem nötigen Abstand zu Familie und Schule haben Kinder und Jugendliche Raum zur persönlichen Entwicklung.

Zudem bietet die Gemeindejugendpflege Ferienangebote für Kinder und Jugendliche die nicht verreist sind, wie z.B. die „Villa Kunterbunt“ in den Sommerferien oder diverse Ausflüge und erlebnispädagogische Aktionen.

8. Interdisziplinäres Arbeiten

 

Die Gemeindejugendpflege hat es sich zum Ziel gemacht, eng mit Verbänden, traditionellen Vereinen, Schulen und anderen sozialen Einrichtungen zusammen zu arbeiten. Die JugendpflegerInnen stehen den Jugendverbänden in der Gemeinde Lengede unterstützend und beratend zur Seite. Weiterhin wird die Zusammenarbeit durch gemeinsame Aktionen gefördert.

 

8.1 Kooperation mit den Schulen in der Gemeinde Lengede

Die JugendpflegerInnen der Gemeinde Lengede sind aktiv in allen drei Grundschulen im Rahmen der Nachmittagsangebote tätig. Die Angebote der Gemeindejugendpflege wechseln nach Bedarf und Interessenlage der Kinder. Zudem gibt es aktuell ein erlebnispädagogisches Angebot an der IGS Lengede für Schülerinnen und Schüler aus der Gemeinde Lengede.

In Kooperation mit Schule werden darüber hinaus unterschiedliche Projekte durchgeführt. Aktuell liegt der Schwerpunkt auf der Stärkung von persönlichen Ressourcen und Sozialkompetenzen von Schülerinnen und Schülern der 2. Klasse im Rahmen eines „Selbstbehauptungskonzeptes“, eingebettet in den Schulalltag des Vormittagsangebotes der Grundschule.

Diverse Präventionsveranstaltungen und Infoabende in den Schulen gehören ebenfalls zum Aufgabenbereich der Gemeindejugendpflege Lengede.

Geplant sind zudem regelmäßige Treffen mit dem Schulsozialarbeiter, um einen fachlichen Austausch über den Bedarf in der Gemeinde zu gewährleisten und gemeinsam Präventionsprojekte für Schülerinnen und Schüler zu planen und durchzuführen. 

9. Förderung von ehrenamtlichen Engagement

 

Um den kontinuierlichen Ablauf der Kinder- und Jugendgruppen sowie die Aktionen und Freizeiten in den Schulferien zu gewährleisten, hat der Einsatz von Ehrenamtlichen einen hohen Stellenwert.

Die Gemeindejugendpflege hat es sich zur Aufgabe gemacht, Jugendliche für ehrenamtliche Tätigkeiten zu gewinnen, sie auszubilden, sie zu beraten und in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu unterstützen und zu begleiten. Die hauptamtlichen Mitarbeiter führen die Aus- und Fortbildung der angehenden Jugendleiter selbst durch und ziehen gegebenenfalls Dozenten anderer Fachrichtungen hinzu. Ziel muss es sein, ehrenamtliche Arbeit zu fördern, zu würdigen und in jeglicher Hinsicht zu unterstützen. Weiterhin werden regelmäßig Fortbildungen für Jugendleiter angeboten, um sie weiter zu spezialisieren und den Methodenkatalog der ehrenamtlichen Mitarbeiter zu erweitern.

10. Jugendbildungsarbeit

 

10.1 Ausbildung von PraktikantInnen

Die JugendpflegerInnen der Gemeinde Lengede übernehmen die Anleitung und Begleitung von Schüler- und BerufspraktikantInnen. So besteht die Möglichkeit, die Arbeit der Jugendpflege kennen zu lernen und Berufwünsche zu eruieren.

 

10.2 Bildungsbereiche der Gemeindejugendpflege Lengede

Die Jugendpflege Lengede nimmt ihren Auftrag zur außerschulischen Bildung vielschichtig wahr. Es werden Seminare für Kinder und Jugendliche angeboten und auch im alltäglichen Angebot finden sich viele Bildungsmaßnahmen. Durch persönliche Gespräche, die im offenen Bereich mit Jugendlichen geführt werden, wird ebenfalls Bildung vermittelt. Das Kinder – und Jugendzentrum Bahnhof trägt mit einem betreuten Internetcafé und einem Videostudio zur Bildung von Medienkompetenz der Besucher bei.

 

10.3 Meinungsbildung durch Diskussion und Interaktion

Aktuelle Themen wie Arbeitslosigkeit, Ausländerfeindlichkeit, Natur und Umwelt, Familie, Schule und Beruf, Behinderungen, Drogen usw. werden in der Jugendpflege aufgegriffen und mit den Jugendlichen diskutiert. So sollen sie die Fähigkeit erlernen, eigene und gemeinsame Interessen in einer Gruppe zu artikulieren, ihre Meinung zu vertreten und Verantwortung für sich und Andere zu übernehmen.

11. Personelle Rahmenbedingungen

 

Derzeit besteht die Gemeindejugendpflege aus drei hauptamtlichen Diplom SozialarbeiterInnen / Diplom SozialpädagogInnen, die insgesamt 78 Stunden in der Woche in der Gemeinde tätig sind.

Unterstützt werden diese durch engagierte ehrenamtliche JugendleiterInnen.

Zudem führen unterschiedliche GruppenleiterInnen zusätzliche, regelmäßige Angebote durch wie z.B. Gitarren- oder Bassunterricht oder eine Töpfer-Gruppe.

Bei Bedarf, insebesondere zu Ausbildungszwecken, engagiert die Gemeindejugendpflege fachlich Kompetente Personen für Spezialgebiete.